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13.03.2019

Meta-Analyse bestätigt Effekte chronischen Ecstasykonsums auf Hirnchemie.

Seit Längerem steht Ecstasy im Verdacht, bestimmte Nervenzellen im Gehirn zu schädigen. Eine Meta-Analyse kann diese Annahme zumindest teilweise bestätigen.

Bunte Ecstasypillen vor schwarzem Hintergrund

Bild: portokalis / Fotolia.com

Die stimulierende Droge Ecstasy hebt nicht nur die Stimmung, Konsumierende berichten auch häufig von Glücksgefühlen und dem Bedürfnis, anderen Menschen nahe zu sein. Als „Kuscheldroge“ wird Ecstasy daher zuweilen bezeichnet. Die typischen Effekte des Ecstasywirkstoffs MDMA werden in erster Linie auf eine verstärkte Ausschüttung von Serotonin im Gehirn zurückgeführt. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der eine Vielzahl an Funktion im Körper reguliert, darunter auch die Stimmung.

Wird Ecstasy häufiger konsumiert, besteht jedoch die Gefahr, dass eben diese Wirkung die Nerven schädigt. Gedächtnisprobleme können die Folge sein. Eine Reihe von Studien ist zu der Frage der Schädlichkeit von Ecstasy geführt worden. Viele Studien haben allerdings kleine Stichproben oder weisen andere einschränkende Bedingungen auf. Ein Forschungsteam der Universität Basel hat nun alle verfügbaren Studien, die mit bildgebenden Verfahren gearbeitet haben, zu einer Meta-Analyse zusammengefasst. Die Aussagekraft einer Meta-Analyse wird meist höher bewertet, als das Ergebnis einer einzelnen Studie.

Höhe der Einzeldosis möglicherweise entscheidend

16 Einzelstudien mit Daten von 356 Ecstasykonsumierenden und 311 Kontrollpersonen haben Studienleiter Stefan Borgwardt und sein Team zusammengetragen und analysiert. Ihr Ergebnis: In acht von 13 untersuchten Hirnregionen wurde eine geringere Dichte an Serotoninrezeptoren sowie die Abnahme eines bestimmten Proteins nachgewiesen, das für den Transport des Neurotransmitters Serotonin verantwortlich ist. Die Folge ist ein niedrigerer Serotoninspiegel. In der Regel werde die Abnahme des Serotoninspiegels als Hinweis auf Nervenschäden gewertet. Denkbar sei aber auch, dass die Serotoninproduktion aufgrund der häufigen MDMA-Wirkung heruntergeregelt wurde.

Entgegen den Erwartungen fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Ecstasykonsums und dem Ausmaß der Schädigung. Borgwardt und sein Team vermuten, dass Nervenschäden nicht generell durch häufigen Konsum, sondern eher durch hohe Einzeldosen hervorgerufen werden. Die Studien liefern allerdings nicht genügend Daten über die Höhe der Ecstasydosis je Konsumepisode der Teilnehmenden, um diese Vermutung zu testen.

Gehirn scheint sich nach Abstinenz zu erholen

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass es sich nicht um unwiderrufliche Schäden handelt. Denn mit zunehmender Dauer der Abstinenz von Ecstasy, stieg auch der Serotoninspiegel wieder an. Das bedeutet: Nach dem Ausstieg aus dem Konsum scheint sich das Gehirn wieder zu erholen. Jedoch ist nicht bekannt, ob die Personen wieder das Niveau von Nichtkonsumierenden erreichen oder irgendwo unterhalb des Normallevels verharren. Für Letzteres würden zumindest die Ergebnisse aus Tierstudien sprechen.

Einschränkend erwähnen die Forscher, dass überwiegend stark Konsumierende in den Studien einbezogen wurden, also Personen, die schon mehr als 50 Konsumepisoden in ihrem Leben hatten. Lediglich eine Studie habe auch Personen mit geringem Ecstasykonsum untersucht. Insofern würden sich die Ergebnisse nur auf Personen mit intensivem Ecstasykonsum beziehen. Auch kann der mögliche Einfluss anderer Substanzen nicht gänzlich ausgeschlossen werden, zumal die meisten Ecstasykonsumierenden noch weitere Drogen konsumieren.

Quelle:
Müller, F., Brändle, R. Liechti, M. E. & Borgwardt, S. (2019). Neuroimaging of chronic MDMA („ecstasy“) effects: A meta-analysis. Neuroscience and Biohavioral Reviews, 96, 10-20.


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